Weekly news

Freitag, 8. September 2006

metter|schling

die verwandschaft wohnt am münchner stadtrand mit blick ins grüne. bei jedem meiner besuche stehe ich gern am balkon, blicke in die ferne auf die berge, lasse mir auf der südseite des lebens die sonne auf den bauch scheinen und genieße die frische luft hier oben im sechsten stock.
es ist ganz schön hoch. das macht mir gar nichts aus, im gegenteil. der wind weht einem ein bisschen um die nase, die schreienden kinder unten auf der wiese sind so winzig, dass man meint, sie mit einem gezielt eingesetzten kieselstein zum schweigen bringen zu können und der aufzug im haus funktioniert.

was ein guter balkon sein will, braucht blumenkästen. dazu passende blumen ebenfalls - die verwandtschaft schwört auf geranien. die sind zwar meines erachtens langweilig, aber immerhin pflegeleicht und bringen ein bisschen farbe.

leider sehen die geranien dieses jahr gar nicht hübsch aus. sie sind irgendwie so zerlöchert -
was vielleicht an den vielen raupen liegen mag, die volle arbeit leisten.
warum ein schmetterlingsweibchen seine brut ausgerechnet im sechsten stock auf geranien ablegt, ist mir ein rätsel. noch dazu auf geranien, die gar nicht schmecken können.
die verwandschaft sagt: wahrscheinlich war es ein eiablage-notfall und sie hielt es einfach nicht mehr aus.

gestern dann saß auf dem balkontisch ein grashüpfer. gewundert habe ich mich aber nicht mehr.

offensichtlich

ich versetze mich kurz in die lage eines schmetterlingsweibchens. nix fällt mir leichter als das. dass ich mich gerade am münchner stadtrand befinde, fällt mir schon schwerer vorzustellen, jedoch auch das ist machbar. ich trage gerade meine brut mit mir rum und überlege, wo ich diese denn am besten für mich und meine nachkömmlinge plazieren könnte. und da sehe ich plötzlich auf dem balkon im sechsten stock eines wohnhauses ein bezauberndes wesen, das gerade seine nase in die luft streckt und auf dessen bauch mir die sonne entgegenspiegelt. vor ihr herrlich bunte geranien, die dem bild die nötige farbe verleihen. so stelle ich mir das paradies vor. und schwupps, schon habe ich den schönsten platz der welt für mich und meine brut gefunden.

wort-wahl - 16:08

sie argumentieren wie ein schmetterlingsmännchen, herr axel. aber wen wundert's. ;)
mq (Gast) - 23:16

Wäre ich ein Raupenkommandant, würde ich meine Armeen gegen sämtliche Geraniengeschwader dieser Welt entsenden.

wort-wahl - 16:10

diese vorstellung kann ich nachvollziehen. obwohl geranien wirklich nicht schmecken - da muss soldat raupe eben opfer bringen.

::info::

dieses weblog ist teil von
www.wort-wahl.de.vu
© Susanne Rudloff

probleme beim kommentieren? bitte hier nachlesen.






twoday|user:

-nicht angemeldet-


rechtens:
betreiberin dieser privaten webseite ist susanne rudloff, 90489 nürnberg, deutschland.

alle rechte für veröffentlichte inhalte liegen bei der autorin, andernfalls wird darauf hingewiesen. die autorin distanziert sich von den inhalten gelinkter seiten und macht sich diese nicht zu eigen.

kontakt: wort-wahl[at]web.de

twoday.net

kostenloser Counter

site statistics

Creative Commons License