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Montag, 29. Januar 2007

stud|y -

hat sich eigentlich schon mal jemand gedanken darüber gemacht, dass das in den letzten jahren so stetig gestiegene blogaufkommen in irgendeiner weise mit posmodernen theorien zu erklären wäre?
oder kennt jemand texte, die sich mit dieser (oder einer ähnlichen) frage auseinandersetzen?
Herr Wolf - 11:21

Nein. Habe mich nicht auseinandergesetzt und kenne auch nicht. Allerdings würde ich die zunehmende Zahl der Weblogs eher als Nutzung von Möglichkeit und nicht als "Gegenbewegung gegen eine zunehmend als steril und totalitär empfundene Moderne" empfinden.
Das Internet hat einfach die Möglichkeit gegeben, daß alle, also wirklich alle, sich veröffentlichen. Im Grunde auch nur eine Art Exhibitonismus.
Das kann ich nur so sagen als Ernährungsfuzzi. Tut mir leid.

wort-wahl - 19:51

ich dachte auch weniger an die "gegenbewegung gg. die moderne". eher so an

- menschliche affektivität/emotionalität
- kritisches hinterfragen eines universalen wahrheitsanspruchs
- verlust traditioneller Bindungen
- sektoralisierung des gesellschaftlichen Lebens
- radikale pluralität in gesellschaft, kunst und kultur
- dekonstruktion, sampling, mixing von codes als kulturtechniken
- zunehmende zeichenhaftigkeit der welt

öh, ja. oder ist das alles nur in meinem wirren germanistenhirn?

Das ist spannend.
Hin und wieder frage ich mich ähnliches, nur weniger wissenschaftlich begründet und nicht ganz so auf das Blogdingens konzentriert (in meiner Eigenschaft als angehende Datenschlampe). Ich muss da noch sehr viel drüber nachdenken, weil das direkt an der Frage nach dem gesellschaftlichen Wesen hängt (in meinem Kopf).
Als ein Aspekt taucht ein Paradoxon immer wieder in den Gedanken auf, das lass ich Ihnen da, denn sonst weiß ich auch nichts dazu zu sagen derzeit:
exhibitionistischer Rückzug ins Private.
wort-wahl - 23:41

in meinem kopf hängt das auch direkt mit der gesellschaftsstruktur und ihrem wesen zusammen. postmoderne gesellschaft und ihre folgen, quasi. mich hat der werte herr lyotard mit seinen philosophischen wissenstheorien gefesselt - ich zweifle aber ein wenig, ob sich eine 'postmoderne blogosphere' als hausarbeitsthema eignet, es gibt schätzungsweise kaum literatur darüber. und selberdenken ist ja an deutschen universitäten im grundstudium nicht allzu gern gesehen.

exhibitionistischer rückzug ins private ist ein paradoxon, das ich unbedingt noch ausführlicher überdenken muss. danke für die anregung. (wissen sie noch, wer diesen ausspruch geprägt hat? das könnte mir evtl. weiterhelfen.)

"Selber denken" - ja wo kämen wir denn da hin?! Am Ende merkt noch einer was.
Aber mit wissenschaftlicher Literatur kann ich Ihnen auch nicht weiter helfen.Leider ist die einzige Quelle, die mir da vorliegt:
Licht, Anna. Hirnwindungen. Frühes 21. Jahrhundert.
Und die faule Nuss hat wieder nix ausgearbeitet.

Wir sollten das diskutieren, am liebsten in einer Küche.
Wein wäre auch gut in dem Zusammenhang.
wort-wahl - 10:09

oha. was werfen sie auch mit so hochphilosophischen klugen sprüchen um sich, frau licht. da werden geisteswissenschaftliche schaf-studenten ja ganz wirr, weil sie ihrem prof keine wissenschaftlich abgesicherte grundlage bieten können.
sie sind mir eine! ; )
sollte sich aber zeit finden lassen, könnte aus einer diskussion zumindest eine wissenschaftliche hausarbeit weden, die ihnen (im stillen - man darf ja nix als schaf-student) gewidmet wäre. dann hätten sie ihre ausarbeitung.
dazu aber braucht es eine gemütliche küche. und wein. eventuell viel davon.

(sie sind nicht zufällig am we 24./25. februar in gießen?)

So wochenendtechnisch ließe sich da was machen =)
Das Warten auf ein "werde da sein" bin ich leid, ich plane jetzt selber (fast alle Frauen sind selber schuld).

Das Gute an Gießen:
Papilis Weinkeller ist gleich nebenan! Und der Herr Wolf auch!

Und was die (H)Ausarbeitung angeht: es wäre mit eine Ehre.
wort-wahl - 09:24

so weit ich weiß, ist herr wolf an jenem wochenende leider ausgerechnet nicht anwesend. das muss ich aber noch mal nachprüfen gehen.
ich aber bin anwesend. das junge hausfrauengemüse möchte ein jahrgangstreffen veranstalten. da muss ich hin, ein bisschen lachen und scherzen. vor allem lachen. und präsenz zeigen, harr. dann wieder gehen und was anderes tun.

liebe frau licht, ich melde mich noch mal, wenn es soweit ist. den termin können sie aber schon mal im hinterkopf behalten. : )
Herr Wolf - 10:49

Da haben Sie recht, liebe Damen, das sollte dringendst (sic!) in einer weinhaltigen Küche besprochen werden. Oder weinhaltig in einer Küche. Vielleicht auch neben einer Küche, vor der Küche oder am Tisch. Meinetwegen auch auf dem Balkon, solange Sie nur da sind. Und Wein.

Nur ich bin nicht da. Am 24./25. Februar, da hat mein Vater Geburtstag und irgendwie soll ich da anwesend sein. Da der Herr Vater leider nicht nach BN kommen mag, werde ich wohl nach Franken fahren müssen. Wie umständlich.

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