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Montag, 3. Dezember 2007

net|agebuch -

eine woche voller uninerv ist vorbei. hooray! jetzt kann ich mich wieder auf die wirklich wichtigen dinge konzentrieren.

zum beispiel:

eine seminararbeit planen mit dem titel "weblogs, tagebücher, online-tagebücher - über die notwendigkeit einer wissenschaftlichen begriffsbestimmung" (titel geschützt. hah!)

hach ja.

[sind sie auch der meinung, dass ein weblog kein online-tagebuch ist? wenn ja, warum nicht? oder wenn nein: warum? ihre kommentare sind erwünscht. ausdrücklich!]
konner - 11:44

Tagebuch nur....

in bestimmter Hinsicht. Natürlich gibt es Blogger die es für nötig halten, sich laufend in der Öffentlichkeit "auszuziehen", das Spiel mit Voyeurismus ist da ja ein fruchtbares Feld für Minderwertigkeitskomplexe die es zu kompensieren gilt. (Ja, ich bin hetzerisch, soll aber lediglich zu ner Diskussion anregen und niemanden runterbuttern. : ) )
Natürlich ist es normal, dass man ab und zu Dinge aufarbeitet in den veröffentlichten Texten, aber es ist leider auch oft sehr grenzwertig und auch gefährlich. Ich finde es teilweise ziemlich peinlich und gefährlich ein "öffentliches Tagebuch" zu führen (das ist keine Kritik an diesem Blog oder an denen, die ich lese..).
Wenn ich versuchen wollte meinen Blog zu beschreiben, hm.... dann würde ich nicht unbedingt von einem Tagebuch sprechen, sondern eher von ner Art literarischer "Verarbeitung" von Alltagsthemen und einer Ausformulierung von absurden Geschichten.
Ich denke, dass jeder Blogger eine Art Web-Kunstfigur schafft, aber pauschal zu behaupten mein Webblog sei ein Online-Tagebuch halte ich mit Verlaub für „Mumpitz“ (oder sind Bücher immer Tagebücher?) Dass das Leben einem Muster für Geschichten stellt ist doch wohl sowas von logisch, aber das nutzen Schriftsteller auch, ohne sich auch nur annähernd die Blöße zu geben.

wort-wahl - 12:16

nun gibt es aber doch 'blogs', die ohne weiteres alles private in die öffentlichkeit hinausblasen, ohne mit der wimper zu zucken. wie unterscheidet man denn dann ein online-tagebuch von einem blog? anhand der inhalte allein wird eine unterscheidung nicht möglich sein.
konner - 12:22

"Natürlich gibt es Blogger die es für nötig halten, sich laufend in der Öffentlichkeit "auszuziehen", das Spiel mit Voyeurismus ist da ja ein fruchtbares Feld für Minderwertigkeitskomplexe die es zu kompensieren gilt."
Das meinte ich doch damit! Guten Morgen Frau Wahl! Hier, ich hab Ihnen einen Kaffee gemacht. ;)
wort-wahl - 12:25

aber wo ist die grenze, konner? wo setze ich grenzzeichen?

(ich habe übrigens schon mehrere tassen kaffee intus, danke. ^^)
konner - 12:34

okay, das mit den Grenzzeichen ist tatsächlich schwierig. Aber ein Tagebuch hat niemals einen Zielkreis (verstehst Du, was ich meine?).
Ein Blog ist immer darauf aus, "nach außen" zu wirken. Von demher kann man da höchstens von "getarnten Tagebüchern" sprechen.
( Von einigen offensichtlichen Teenie-Blogs mal abgesehen. (ein sehr prominentes Beispiel hat Herr Krause mal irgendwann gebloggt...).)

Dass man sie allein von den Inhalten nicht wirklich unterscheiden kann ist richtig. Allerdings gestaltet es sich manchmal auch recht einfach, wenn auf nem Blog ständig von Erlebnissen berichtet wird. Ich werde mir zu dem Thema mal meine Gedanken machen und vielleicht kann ich Dir bei nem Kaffee ein bisschen was erzählen - aber versprechen kann ich natürlich nichts. Aber Bereitschaft Dich Weiterzubringen ist da. :)

edit: ein Blog ist auch oft eine Form der Kommunikation. Hier geht beispielsweise eine Diskussion los. Dann gibt es Formen wie Stöckchen, Verlinkung, Grußmöglichkeiten. Kann ein Tagebuch ein soziales/virtuelles Netzwerk aufbauen? Kann es nicht...
Ich merke schon, man verheddert sich leicht im Thema... Deshalb bin ich erstmal ruhig, bis ich mich gesammelt hab. :D

erstmal

Konner: Schnautze! :D (das war das Standardgeflame - muss sein)
Zweitmal: Ich lass mich natürlich gern für die Seminararbeit interviewen ^_^)

wort-wahl - 12:17

hach, danke für das angebot. das würde aber den rahmen sprengen. wenn ich dann aber mal magisterarbeit schreibe (so 2030 oder so ^^), komme ich liebend gern auf dich zurück.

Mein Kommentar ist ein wenig lang geraten, daher habe ich ihn zu einem Beitrag auf meinem eigenen Blog umfunktioniert.

Als weiteres Material kann ich Ihnen Beiträge in meinen blogging-reflektierenden Rubriken
Blogging Limitations und
Blogging Progress

Das müssten Sie aber selber mal durchflöhen, ob was Brauchbares dabei ist.

wort-wahl - 12:24

unbedingt lesenswert, ihr beitrag!
(weiteres dazu im kommentar auf ihrem blog.)

Schönes Beispiel

für offene Fragen im Bereich der Blog-Etikette (die ich in meinem Beitrag erwähne): Ist es OK, Ihnen dadurch, dass jetzt auf MEINEM Blog Leute meinen 'Kommentar' zu Ihrer Frage kommentieren, sozusagen KommentatorInnen zu entführen? Wäre es nicht korrekter gewesen, trotz seiner Länge meinen Beitrag (wie ursprünglich geplant) hier als Kommentar zu placieren?

[Das wäre dann aber eine andere Seminararbeit bzw. Diskussion]

Und jetzt klinke ich mich aus. Gehe mit der Tochter (nächste Woche 15) Klamotten einkaufen. Das [EDIT:]wird war lustig.
wort-wahl - 09:02

die blogetiquette ist eine der mikrokonventionen des internets, wie zum beispiel die chatiquette (oder die allgemeine netiquette als makrokonvention zum umgang mit dem kommunikationsmedium www) - und konventionen sind zumeist stille übereinkünfte, die nur selten festgeschrieben sind und keine rechtliche relevanz besitzen.

die auslegung der blogetiquette also bleibt jedem selbst überlassen, auch wenn sich bestimmte umgangsformen in bestimmten blogkreisen eingebürgert haben.

ein faux-pas wäre es gewesen, hätten sie die diskussion unbemerkt in ihr blog überführt. sobald sie aber backlinken, ist es nur recht und billig, ihren ganz persönlichen leserkreis auf die fragestellung der online-tagebücher aufmerksam zu machen.

(sie gehen mit ihrer tochter klamotten einkaufen? sie gehören wohl doch zur jungen generation! ^^)

Sie hielten mich für einen verschrobenen Zausel mit Krückstock?
wort-wahl - 11:06

aber nicht doch. den krückstock hatte ich nicht im gedanklichen gepäck. *lacht*

außerdem haben sie sich doch selbst verwundert darüber gezeigt, dass ich blogger der 'neuen (jungen) generation' zuordne. und sie haben sich gefreut. wären sie u20, hätten sie sich über die bezeichnung neue genereation vielleicht sogar echauffiert, man kann ja nie wissen.

RSS-Feed?

Wie kommt man eigentlich an Deinen RSS-Feed?

wort-wahl - 12:26

ganz einfach. so: http://wortwahl.twoday.net/index.rdf

oder über die adressleiste des browsers, da müsste das rss-feed-zeichen eigentlich erscheinen. : )

blogs sind...

keine Tagebücher. Natürlich auch, aber wirklich Sinn machen Blogs erst, seindem sich durch selbige ein schön subjektiver Journalismus etabliert hat. Ok, in Deutschland noch nicht so sehr, aber in Amiland, wo praktisch eine kritische Presse fehlt, oder in Kriesenstaaten, in denen Zensur herrscht sind Blogs die Lösung um mal ungefiltert zu lesen wie es denn so ist. Auch wird super Wissen transferiert. Blogs sind mehr als reine Unterhaltung.

wort-wahl - 12:29

wissenstransfer, ein wunderschöner ansatz. hat ja mit kommunikation zu tun.

meine these ist ja: weblogs sind (neben den alten netzkommunikationspraxen chat, email, instant messages, newsgroups u.ä.) eine kommunikationspraxis der neueren generation. ob diese these allerdings haltbar ist, kann ich noch nciht mit totaler bestimmtheit sagen.

Hey cool ey! Ich bin die 'neuere Generation' !! Super These, Frau Wahl! Bleiben Sie dabei! ;-)
nömix - 13:55

Vermutlich lässt sich, was das kommunizierte Themenspektrum angeht, zwischen Online-Tagebuch und Weblog die gleiche Grenze ziehen wie zwischen Kaffeekränzchen und Stammtisch, nämlich – ja, wo genau eigentlich?
wort-wahl - 09:05

@nömix: genau das ist die frage. inhaltlich lässt sich das nicht festlegen. aber vielleicht formal? auf dem stammtisch sitzt man ja schließlich nicht bei kaffe und kuchen zusammen. und das kaffeekränzchen wird sich kaum mehrere frisch gezapfte pils genehmigen.
diGriz - 13:22

Ein klares und eindeutiges Jein

Es kommt drauf an, wie man das Blog verwendet. Ich kenne Blogs, die sind wirklich wie Tagebücher, manchmal tauchen da auch Aufgabenlisten (To Do) und Einkaufslisten auf. Ich bin noch in einer anderen Community, in der ich mein Blog einfach nur für soziale Kontakte nutze.

Dann wiederum gibt es Blogs, in denen sich der Verfasser u.a. über bestimmte politische und/oder gesellschaftliche Themen auslässt. Das hat dann weniger mit einem Tagebuch zu tun. Hier hat das Blog vielmehr die Funktion einer Plattform, um seine Meinung in die Welt hinauszuposaunen... oder schreiben.

wort-wahl - 09:10

ganz richtig, man kann ja sozusagen eine blog-typologie erstellen: techblog, personal blog, lawblog (blawg), vlog (videoblog), photoblog, warblog, themenblogs ganz allgemein (macblog, stadtblog, kulturblog, edublog usw.).... aber selbst das führt unweigerlich zu einer unmenge an bezeichnungen und beschreibungen.
tinius - 13:52

Natürlich gibt es eine "offizielle" Definition dessen, was ein Blog ist oder laut einigen Menschen sein soll. Erfahrungsgemäß treffen Definitionen nur selten die gelebte - oder hier : geschriebene - Realität. Ursprünglich war ein Blog ein Netz - Tagebuch, das mittels Verlinkungen auf Inhalte und Diskurse im Internet aufmerksam machte, die der jeweilige Blogger gefunden hatte. Die beiden weiteren sozialen Komponenten waren die Kommentarmöglichkeit, mit der auch die Leser in den Diskurs einbezogen werden konnten, und die Möglichkeit des Trackbacks, mit der Inhalte in fremde Gefilde überführt und neuen Lesern zugänglich gemacht werden konnten. Recht schnell entdeckten auch Menschen mit politischen Interessen und eigener Meinung diese Art des CMS (ContentManagementSystems) für sich, da politische Ereignisse und Entwicklungen sich selten auf einmalige Schlagzeilen beschränkten, sondern sich als lineare Entwicklung über lange Zeit ausdehnten. Die Kommentarfunktion erfüllte in diesem Sinne zudem die Anforderungen an pluralistisch - demokratische Strukturen, auch wenn man vermuten darf, daß sich vor allem eher Gleichgesinnte zu einer Leser - und Kommentatorengemeinde zusammenfanden. In den USA und einigen weniger demokratischen Staaten bildete sich (zumindest solange die Zensur sie gewähren ließ) eine Art Gegenöffentlichkeit und privater Journalismus, dessen Anforderungen denen des professionellen Journalismus in den Grundzügen glichen : Wahrheit, Nachprüfbarkeit, Quellenangaben, eine gewisse stilistische Gestaltung und Beachtung fremder Urheberrechte etc.
Die weitere Demokratisierung des Mediums Blog durch Bloghoster, die ihre Dienstleistung gratis und mit Modifikationen in der Gestaltung (Templates, Module) als Gesamtpaket anboten, hat die Spielarten des "Blogs" ins Unendliche variiert und damit die enge Definition "Blog" wohl obsolet gemacht. In meiner Überzeugung ist "Blog" nur noch ein Medium für unterschiedlichste Inhalte und Intentionen : vom Tagebuch über Homepage - Ersatz (hier zählen vor allem die nur minimal benötigten HTML - Kenntnisse) bis zu themenzentrierten Seiten (wie etwa meine). Mehrheitlich haben sie die Kommentar - und Kommunikationsmöglichkeit und eine recht regelmäßige Aktualisierung gemeinsam, auch wenn es Ausnahmen gibt.
Ich denke, ein online - Tagebuch unterscheidet sich von einem privat gehaltenen durch einen gewissen Exhibitionismus und durch verschiedene Gestaltungs - und Filtermechanismen : der Aspekt der Selbstdarstellung ist online erheblich größer als im privaten Tagebuch, denn zum einen ist es auf eine Öffentlichkeit hingeschrieben, zum anderen geht es darum, Bestätigung zu erfahren, sei es durch Leserzahlen oder Kommentare (beides gilt auch mit Sicherheit für themenzentrierte Blogs, denn ohne Öffentlichkeit wären sie unnötig). Allerdings scheint mir in Tagebüchern der Wunsch nach Bestätigung direkter und auf Bildung von peer - groups angelegt, während ich mit meinem Themen - Nischen - Blog ;) die Erfahrung gemacht habe, daß sich Kommentare meist in Grenzen halten, dafür Leserzahlen, Verlinkungen etc. einen größeren Stellenwert haben. Und ich muß gestehen, daß sie mir wichtig sind. ;)
Bliebe noch zu klären, ob es eine (wissenschaftliche) Begriffsbestimmung geben muß. Meine unverbindliche Antwort lautet "nein", zumindest sofern es um inhaltliche Aspekte geht, da sich lebendige Entwicklungen eh selten an vorgegebene Definitionen und Maßstäbe zu halten pflegen, "ja", wenn es um die kommunikativen Gesichtspunkte und um die Gegenüberstellung zu klassischen Medien (wie Zeitungen, TV etc) geht. Und "ja", wenn man sich mit Wirkung und Perspektiven des Mediums "Blog" beschäftigen will oder muß. Und natürlich "ja", wenn man denn das Phänomen "Blog" akademisch faßbar machen will, damit es zum universitären Inhalt werden kann. ;)
Ich entschuldige mich für den langen Kommentar, aber aufgrund der Themengebundenheit ist mein Blog ungeeignet, "fachfremde" Inhalte als Eintrag aufzunehmen.

wort-wahl - 09:21

bitte, entschuldigen sie sich nicht. lange kommentare sind erwünscht und bei dieser thematik mitunter unerlässlich.

ihre ausführungen zur geschichte des blogs sind mir bekannt. ich danke ihnen für die verschriftlichung, ich bin da einfach zu faul für (und in mitleidenschaft gezogen durch universitären erklärungszwang. ; )

eben die kommunikativen gesichtspunkte sind es, die den reiz einer wissenschaftlichen auseinandersetzung mit dem thema in sich bergen. linguistisch gesehen müssen gewisse aspekte des www in den diskurs aufgenommen und bearbeitet werden - nachdem man sich in fachkreisen mittlerweile schon ausreichend über email-, chat- und newsgroup-kommunikation kümmert, hinken die arbeiten über blogs immer noch ein wenig hinterher.

meine gedanken um das thema sind dem versuch geschuldet, sich dem allgemeinen irrglauben zu widersetzen, blogs seien grundsätzlich online-tagebücher. diese definition findet man eben auch nur allzu häufig in fachlichen schriften. dass die übersetzung des wortes 'weblog' aber 'netzlogbuch' ist, entgeht dabei sogar hochgradig wissenschaftlichen abhandlungen.

Meine Antwort

Ich kann nicht an mich halten, ich muss auch was loswerden:

Zuerst zur Frage: Sind weblogs online-Tagebücher?

Ja! Und nein! Wie sicherlich schon einige hier gesagt haben (hab nicht alles gelesen) gibt es natürlich auch Blogs, in denen Sachen stehen, die der Autor/die Autorin genau so gut in ein Tagebuch schreiben könnte.

Die Online-Tagebücher sind also eine Teilmenge der "gesamten WeBlog"-Welt. Darüber hinaus gibt es aber auch noch Blogs, die zeitungsähnlich aufgebaut sind, es gibt sg. TechBlogs oder das was ich als "EntertainmentBlog" bezeichne.

Man könnte wohl sagen, dass die Blog-Welt noch breitgefächerter ist als die Welt der Print-Medien, weil für eine Veröffentlichung auf Papier auf alle Fälle Kosten anfallen, während man online fast kostenfrei veröffentlichen kann.

Ich könnte jetzt hier noch ein bisschen dummlabern, muss aber einen neuen Eintrag für mein online-Tagebuch (www.parkster.de) fertig machen.

:)

El Parkerino

wort-wahl - 09:23

online-tagebücher als teilmenge der weblogwelt zu sehen, finde ich einen geradezu bestechend guten ansatz. vielleicht lassen sich mit dieser grundannahme im hinterkopf einige weiterführende fragen leichter angehen.

Ach, Fr. Wort-Wahl, ich brauche meine eigene Meinung für die morgige Klausur. Sonst hätte ich Ihnen gerne ein Stück davon abgegeben. :)

wort-wahl - 09:24

das sei auf alle fälle verziehen.
viel erfolg bei der klausur, mone! : )

Im Anfang (Bereshit bara jah...) ist da: eine neue Technik. Eine (fast) kostenlose Möglichkeit etwas mitzuteilen. Der Welt, niemandem bestimmten. Man stellt etwas ins Schaufenster der CyberWorld. Hofft, wartet, fürchtet, dass dies, dass einen selbst, irgendwer wahrnimmt. Aufmerksam wird. Aus Passanten werden Leser. Social Network. Ein Bild entsteht. Von dem, was ich mitteile. Von mir. Beim anderen. In meinem Kopf. Auf das ich Einfluss nehmen kann. Wandeln kann. Dynamisch ist. Vorurteile haben es schwerer, hinterherzukommen. Identitätswerkstatt. Leser treten durch mein Schaufenster ein. Antworten. Kommentieren. Aus passiven „Empfängern“ werden „Sender“ von Kommunikation. Tausendfach. Millionenfach. Society is the connection of communications (http://www.wilsons-island.net/2007/10/20/society-is-the-connection-of-communications-ii/). Die lineare Kommunikation kommt an ihr Ende.

wort-wahl - 09:30

die lineare kommunikation wird wohl nie gänzlich ihren status einbüßen müssen - der vielgefürchtete büchertod ist auch auusgeblieben. aber die verlagerung der linearen kommunikation hin zu einer mulilinearen (oder hyperliniaren) kommunikation ist deutlich, nicht nur im cyberspace.
Dagger - 20:43

Auch wenn ..

... ich nicht die große Müllhalde oder gar die Wikipedia befragte kann ich doch ohne Probleme sagen dass ein Weblog ein Online-Tagebuch sein kann aber es nicht gezwungenermaßen sein muss.

Niemandem erzähle ich etwas Neues wenn ich mich über die Themenvielfalt udn die Art der Darstellung in Weblogs auslassen würde. Vieles davon passt auf den Begriff Online-Tagebuch - vieles nicht.


Und dass diese Woche wichtige Dinge geschehen werden wissen wir beide wohl am allerbesten :-)

Pssst: Machen Sie sich auf etwas gefasst.

wort-wahl - 09:32

oh weh! sehen sie, über das ganze online-tagebuch-herumdenken geht mir am ende noch der samstag unbemerkt durch die lappen. ; )

deswegen: spätestens freitag muss ich wissenschaftlich aussetzen. bis zum nächsten montag. das wochenende wird ein fest, nicht wahr?

Es wird ..

... ein Fest! Und das wollen wir doch nicht vergessen ^^

Zum Thema: Dagger las vorhin ein Buch über Wikis und Weblogs für Wissensmanagement und Kommunikation

Alexander Raabe - Social Software im Unternehmen (Verlag Dr. Müller).

Es hat einen schrecklich zu lesenden Satz und die Grafiken sind auch ganz grauslig. Aber ein Dutzend interessante Seiten immerhin.

Jetzt noch schnell ein Meeting und dann ab in die Weihnachtsfeiern.
Ich habe fertig.
wort-wahl - 10:50

viel spaß in den ferien! (jetzt schon? hui! und ich muss noch bis 20. in die uni. hrmpf.)

und: schön feiern, gell! : )
Dagger - 23:02

Das war einfach zu schnell getippt. Die Kollegen waren im Nacken. Leider habe ich auch noch keine Ferien sondern meinte die Weihnachtsfeier.

Gefeiert habe ich ja schon. Später dann übrigens bei Gebrutstagskind Nummer vier an diesem Tage... Hats denn bei Ihnen gerockt?
wort-wahl - 10:09

ach so, herr dagger, ach so. und ich wollte mich schon wundern, warum sie ihren jahresurlaub im dezember verjubeln.

zum geburtstag hat's sowas von, sie wissen schon, rock'n'roll und kopfschmerzen hinterher. so muss das sein. : )
ich hoffe, bei ihnen hat auch alles schön feuchtfröhlich seinen lauf genommen, sie überraschungsmensch, sie.
Dagger - 22:40

Danke der Nachfrage. Ich hatte Familie, Freunde, Frau (nicht meine, alliteriert aber beser als Weihnachtsmarkt) mit allem Drum und Dran :-)

Hängt das nicht von der Zielgruppe ab?

Ich denke es gibt da 3 grobe Einteilungen:

In die erste Kategorie gehören Bloggs, die einfach erstellt wurden, um "es" auszuprobieren. Es gab keinen echten Grund oder eine bestimmte Zielgruppe, die diese Blogs erreichen wollten.

Kategorie 2 enthält jene Blogs, die zwar für einen bestimmten Personenkreis oder mit einem Hintergedanken erstellt wurden, z. B. "Marias Amerika-Blog" oder ähnliche.

In der letzten Kategorie geht es dem Blogger um mehr als nur reine Selbstdarstellung. Es geht darum die eigene Meinung kund zu tun, darin stimmen alle 3 Varianten überein. Kategorie-Drei-Blogs gehen aber noch einen Schritt weiter, indem sie fachlich versierte Informationen liefern, kompetente Artikel enthalten, künsterlisch "wertvoll" sind oder aufklärerischen Charakter besitzen. Hier kann man keinesfalls von Tagebüchern sprechen, dann müsste man allen Nachrichtenportalen und der Wikipedia ähnliches attestieren.

Letztere werden sicherlich am längsten in der Blogosphäre überdauern, da sie sich auch über wechselnde Leserschaften am Leben erhalten, während Kat 1 und Kat 2 entweder zeitlich oder aus persönlichen Gründen in ihrer Halbwertszeit begrenzt sind.

Die Experimentierer werden möglicherweise bald das Interesse verlieren, weil Bloggen doch ein gewisses Engagement erfordert und Maria wird irgendwann aus den USA zurück kehren.

wort-wahl - 09:36

verwaiste blogs gibt es ja wie sand am meer, da muss man sich nichts vormachen. die halbwertszeit bei experimentierern ist gering.

zielgruppen aber lassen sich äußerst schwer identifizieren. wer weiß schon genau, welche leser aus welchen gründen blog lesen? die zielgruppendefinition als kriterium zur blogunterscheidung ist wohl hinfällig. anders wäre es mit der autorenintention... aber selbst da sind die grenzen fließend. die frage: 'warum bloggen sie?' findet wohl ebenso viele antworten, wie es blogs im netz gibt.
Kerze - 23:45

Ist es in den meisten Fällen sicher nicht, da man in einem Tagebuch die Geschehnisse des Tages niederschreibt... und zwar in Einzelheiten und vor allem mit den verbundenen Gefühlen. Viele Blogs handeln absolut gar nicht von privaten Dingen und andere sind schneiden Sie nur ab und zu an... . Ich denke man kann es einfach nicht so bezeichnen... aber falls Sie einen Blog finden, der in Tagebuchform geführt wird, bitte Link. :D

wort-wahl - 09:40

online geführte tagebücher gibt es zuhauf. zum beispiel bei tagebuchland.de. die sehen aus wie blogs, jedenfalls im groben. verhalten sich aber zu großen teilen anders. gehen sie mal nachsehen, da finden sie mit sicherheit seiten, die sprachlich und inhaltlich eher an ein klassisches tagebuch erinnern. : )
Kerze (anonym) - 14:34

Ja, aber Sie vergessen eins: Tagebuch schreibt man für sich... und vielleicht für ein, zwei Auserwählte. Das ist da wohl kaum der Fall. :D
wort-wahl - 10:49

richtig. aber wer anonym tagebuch im internet schreibt, hat damit ja kein problem. der usus, im traditionellen tagebuch auch an einen 'unbekannten' zu schreiben, ist ja auch gegeben. nach dem motto: 'liebes tagebuch! heute habe ich...'
Samuel B. - 08:46

hatte es schon bei books and more geschrieben - aber falls du vergessen hast zu schauen, hier meine meinung:
sind ja schon mal eine menge punkte.
komischerweise ist für mich blog und online-tagebuch ein und dasselbe, oder besser gesagt, das online-tagebuch ist einer untermenge des blogs.
man kann ja grob blog-typen ausmachen: politische blogs, blogs die nur über literatur handeln, erotische blogs etc. pp. eine scharfe grenzziehung wird da eh nicht möglich sein.
daher wäre für mich ein online-tagebuch nichts anderes, als ein pesönlicher blog, der den schwerpunkt eben auf das eigene erleben und erfinden hat, ggf. mit reflexionen etc. pp.
aufgrund der kommentarfunktionen wird sicher auch immer in hinblick auf einen potentiellen leser geschrieben (schere im kopf), so dass es zwar einem tagebuch ähnelt, dem aber nicht gleichkommt.
selbst ein blog, der nicht kommentiert werden könnte, der ohne links etc. auskommen müsste hätte immer noch einen potentiellen leser vor augen.
zudem glaubt eh keiner, dass die identität im internet geschützt ist.
online-tagebühcer daher das halb-private für ne halb-öffentlichkeit

wort-wahl - 09:47

die 'schere im kopf' ist ja etwas, dass unbedingt der näheren untersuchung bedarf. warum legen leute öffentliche tagebücher an, wenn sie doch im stile eines tagebuchs die privatesten dinge erzählen?
nicht, dass ich nicht auch schon des öfteren privates in mein blog gepackt hätte. aber nie im stile eines tagebuchs. nie auf die art, wie ich einem tagebuch ein geheimnis anvertrauen würde.

das halb-private mag stimmen. nur mit der halb-öffentlichkeit kann ich mich nicht anfreunden. schließlich ist das internet voll und ganz öffentlich, zumindest insofern, dass alle, die einen internetzugang besitzen und alle, die nicht durch staatliche zensur am freien surfen gehindert werden, auf online-inhalte zugreifen können.

Hängt davon ab, wie man das Wort 'öffentlich' versteht. 'Halböffentlich' könnte ja bedeuten: Die Inhalte sind veröffentlicht, aber nicht die Identität des/der Schreibenden.

Eine interessante Frage: warum legen leute öffentliche tagebücher an, wenn sie doch im stile eines tagebuchs die privatesten dinge erzählen?
Mir fallen spontan drei Antworten bzw. Aspekte ein:

(1) Es ist die Technik der Blog-Software, die mir ohne eigene Layout- oder Programmierungsmühen eine schöne klare Seitenstruktur auf den Bildschirm zaubert; die Inhalte werden automatisch nach Datum sortiert (und sind über das Kalender-Modul gezielt ansteuerbar); es gibt die (für Ordnungsfreaks wie mich) berauschende Möglichkeit, Rubriken anzulegen, umzubenennen etc.
Gerade für Leute mit Internet-Affinität, oder Leute, die beruflich viel im Netz sind, ist das einfach eine sehr naheliegende, ja verlockende Art von E-Notizbuch. Das will man vielleicht auch einfach mal (als technische Möglichkeit, Tagebuchinhalte zu schreiben) ausprobieren. Spieltrieb.

(2) Durch das Online-Stellen gewinnen die Inhalte einen höheren Grad an (mir fehlt der passende Begriff) 'schwarz auf weiß', an 'Fixiertheit', evtl. sogar 'Werkhaftigkeit'. Das ist ein ähnlicher gefühlter Unterschied, wie wenn ich Handschriftliches früher auf Schreibmaschine übertrug. [Vielleicht versteht jemand, in welche Richtung ich hier denke und kann es besser formulieren]

(3) Vielleicht ist es so, dass man auch bei privatesten Gedanken doch eigentlich den Wunsch hat, sie mit einem Gegenüber zu teilen. Im Idealfall mit dem Liebespartner. Mit Freunden. Auch das klassische Tagebuchschreiben auf Papier - schreiben wir da nicht oft mit Gedanken an einen anderen Menschen, mit dem mitschwingenden Wunsch, die bestimmte Person X (oder eben ein verstehender, seelenverwandter IRGENDWER) möge das jetzt doch erfahren, teilen, sehen? Uns selbst in diesem intimen Text sehen? (Der Wunsch der Seele, gesehen zu werden).
wort-wahl - 10:58

punkt 1 als technische sicht der dinge erklärt nur leider immer noch nicht, warum man dann privates online stellt - selbst wenn der autor anonym bloggt, muss er sich doch bewusst darüber sein, dass eine breite masse seine gedanken mitverfolgen kann. außer er macht das alles mit einer gewissen absicht. selbstdarstellung, identitätssuche und selbstverortung spielen dabei vielleicht eine rolle.

punkt 2 könnte ein ansatz sein in bezug auf die 'werkhaftigkeit'. eventuell könnte das mit dem wunsch zusammenhängen, in gewisser weise bedeutend zu sein und ernst genommen zu werden.

punkt 3 ist eine fabelhaft sichtweise, die ich auch vertrete. mitteilungsbedürfnis, gedanken teilen, nicht allein sein. was aber nicht erklärt, warum im bereich der persönlichen blogs ein so großer boom zu verzeichnen ist. oder sind wir am ende alle einsam? haben sich traditionelle beziehungen aufgelöst und suchen wir jetzt nach neuen wegen der gesellschaftlichkeit?

(zu 1) Ich hatte es so gemeint: Da will eine(r) Privates schreiben und findet dann eine Software, die ihm dafür ein schönes Layout plus Zusatzfunktionen bietet. Dass das dann online und öffentlich geschieht ist eher zufälliger Zusatz, Nebeneffekt. In einem meiner vergangenen Blog-Projekte war das tatsächlich so.
Die anderen Aspekte (latenter Mitteilungsdrang und dergl.) spielten da zwar auch mit, aber zentrale Motivation zur Verwendung der Blog-Software war tatsächlich das unter (1) Genannte.

Ich habe im Netz damals sogar nach blogähnlicher Software zum Download und Offline-Gebrauch recherchiert, wurde so schnell aber nicht fündig und bin dann bei (damals auch) twoday geblieben. Mit ausgeschalteten Kommentaren, wenn ich mich recht erinnere.

(zu 2) 'Werkhaftigkeit' auch in einem ganz privaten Sinn. Als 'ich gebe dem eine schöne ('abschließende') Form'. So wie einer seine Zeichnungen in Passepartouts in einer schönen Mappe archiviert. Oder Fotos 'schön' archiviert bzw. präsentiert. Das fühlt sich dann anders an, hat auch etwas von Wertschätzung und Wert-Zumessung.
Oder wie man Bilder rahmt. Das schöne und strukturierte Layout des Blogs hat etwas von 'schönem Rahmen'; der Textinhalt wäre das Bild, das Layout (in einem weiteren Sinne; inklusive Zusatzfunktionen wie Rubriken) wäre der Rahmen.

(zu 3) Vielleicht gibt das Web auch erstmals die technische Gelegenheit, Privates so (halb)öffentlich zu stellen? Ist die Tatsache, dass Sie und ich ein Blog betreiben, Ausdruck des Umstandes, dass unsere Generation einsamer ist als frühere, oder ist das Bloggen nicht viel eher ein neues Medium, um MEHR Gemeinschaft in neuen Beziehungsformen zu haben? Hätten z.B. wir uns ohne Bloggen je 'getroffen'?

Liebe Grüße B&M
wort-wahl - 11:24

zu punkt 1: mit dem nebeneffekt könnten sie recht haben. das muss ich mir mal genauer durch den kopf gehen lassen.
wobei dem ihr genannter punkt 2 ja genau dort ansetzt. (memo an mich: ebenfalls überdenken.)

zu 3: neue beziehungsformen ist das stichwort. vielleicht hat das gar nicht so sehr mit einsamkeit zu tun, sondern vielmehr mit neuen kommunikationswegen und erweiterten beziehungen. die soziologie hat da wohl schon einiges an thesen gefunden, die ich mir nur noch mal zu gemüte führen muss.

ebenfalls liebe grüße!

Wow...

Hier wurde schon so viel Schlaues gesagt, dass mir nur mehr eine Aussage bleibt:

42.

Zingtoh - 16:54

word Schreibster .. 42, das ist wie Manowar ... mit normalen Mitteln nicht mehr diskutabel!
Dachboden - 01:11

Ich denke

der Antrieb zum Bloggen ist so vielfältig wie derjenige, der den Weg zu jedweder kreativen Betätigung ebnet. Ob aus dem Narzismus geborene Selbstdarstellung mit Sabber im Mundwinkel, der Versuch ernsthaften Abhandelns journalistischer oder kultureller Themen, das Geschichtenerzählen, der Druckausgleich durch Seelenstrip; so lange es den Zweck für den Bloggenden und somit das Mittel heiligt: Hallelujah. Am Ende sollte man dem Leser genug Selbstbestimmung zugestehen, seinen Internethaussegen selbst auszupegeln. Und lästiges oder ärgerliches ist bash-bzw wegklickbar.
wort-wahl - 10:47

@scheibster: grandios! sie haben die antwort auf alle fragen. wir das schlusswort in der seminararbeit werden. gnihihi!

@dachboden: der antrieb, ja, der ist mit sicherheit grundverschieden. was aber nur zeigt, dass eine differenzierte blogtypologie nicht an der autorenintention gemessen werden kann.
und ich teile ihre meinung des 'wegklickbaren'. schließlich sollte man im www mit hirn unterwegs sein und entscheidungen treffen können.

Hallo Fr. Wortwahl, ich glaube die spontane Association von Blogs mit einem „Tagebuch“ kommt daher, dass für den der sich dem ganzen zu erstenmal nähert, das auffallendste Unterscheidungsmerkmal von Blogs zu anderen veröffentlichten „Medien“ deren persönlicher Charakter ist. Wenn in einem klassischen Printmedium ein Journalist durch einen anderen ersetzt wird, bleibt der Stil der Zeitung im Großen und Ganzen erhalten. Wenn dagegen du für deinen Blog nicht mehr schreiben würdest ...
Deswegen finde ich es auch nicht treffend die Rolle der Blogs mit der des Journalismus zu vergleichen. (Außer für die Länder, die SugarBlogBanister nennt, in denen der Journalismus unterdrückt wird).
Blogs wären demnach ein von der Persönlichkeit des Schreibenden stark geprägtes Medium – eben scheinbar genau wie bei einem Tagebuch. Der persönliche Charakter ist zwar das auf den ersten Blick auffallendste Merkmal nach außen hin (weil eben die aktuellen Medien so ganz anders sind); aber die technischen und anderen Entwicklungen haben schnell dazu geführt, dass die Möglichkeit, etwas zu veröffentlichen, von sehr vielen natürlich nicht nur für „Tagebücher“ genutzt wird.
Darum hinken die Vergleiche mit dem bereits vertrauten Begriff und sind eher eine Schublade, in die das, was da jetzt neu entsteht, nicht wirklich hineinpasst. Zutreffend finde ich die Beschreibung von SirParker, dass „Online-Tagebücher also eine Teilmenge der gesamten WeBlog"-Welt (sind)“. Der Begriff „Tagebuch“ bringt einen bei einer Definition, was Blogs ausmachen, nicht wirklich weiter, sondern führt nur zu „alten“ Assoziationen, die diesem neuen Phänomen nicht gerecht werden.

wort-wahl - 11:04

man könnte von einer absorption sprechen: blogs integrieren ganz oder teilweise die vom tagebuch altbekannten codes (datum, persönlicher inhalt, vertrautheit, konzeptionelle mündlichkeit). deswegen ist ja der begriff 'online-tagebuch' so beliebt: irgendwie erkennt man das alte phänomen 'tagebuch' eben wieder.

die genese allerdings muss ja vom wissenvermittelnden hin zum persönlichen blog betrachtet werde, andersherum lässt es sich in der geschichte der weblogs nicht festmachen.
beh - 23:25

Hab' den Rest nur ueberflogen, entschuldigen Sie evtl. Dopplungen.

Also, ich verwende, wenn ich Aussenstehenden die Blogs, die ich so lese, erzaehle am liebsten den Begriff "Kolumne" oder "persoenliche Kolumne". In dem engen Sinne wie sie in Zeitungen vorkommen, also jemand hat einen begrenzten Platz (oder gibt sich den vor) um ein Statement zu etwas abzugeben, was gerade (an dem Tag) praesent war.

Ein Statement kann ein Bild, ein Link, oder ein Satz sein. "Praesent" kann alles sein, oder etwas beschraenktes, bei Themen-Blogs.

Das trifft natuerlich nicht alle Blogs, aber die, die ich lese, ganz gut. Und davon sind einige auch auf Ihrer Blog-Roll oder auf der von Fr. Groener etwa.

wort-wahl - 10:59

persönliche kolumne finde ich eine herrliche bezeichnung. da spielt das persönliche statement genauso wie das fachlich-sachliche hinein. danke für diesen gedankenanstoß.

Es wurde ja schon sehr viel geschrieben. Habe einen politischen Blog - nun sind bei uns die Wahlen längst vorbei und ich schreibe immer noch. Mein Blog ist einer vom Typ "Kaffekränzchen" (so stand es zumindest in der Anleitung meiner Partei...). Das spannende sind für mich die Kommentare und dann vor allem: das Netzwerk. So hüpfe ich von Blog zu Blog und lerne immer wieder Neues. Kam über Books and more hierher und werde vielleicht weiterwandern. "Vernetzte persönliche Kolumne" wäre meine Definition.
wort-wahl - 10:07

die vernetzung in einem blog setze ich voraus, sonst wäre es kein hypertext-dokument, sondern eben nur ein digitalisiertes tagebuch.

danke für ihren besuch und die spuren, die sie hinterlassen haben.

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