topic       ::ich sind die anderen::
Dienstag, 10. Juni 2008
wenn die bauarbeiter morgens um sieben ihre marschmusik aus presslufthämmern wie zähflüssigen teer durch meine geschlossenen lider rammen, dann gibt es nur einen winzigen hoffnungsschimmer: deutsche pünktlichkeit, wenn's um pausen geht. halb neun erste frühstückspause, halb zehn zweite frühstückspause, halb zwölf mittag. gepaart mit der deutschen unpünktlichkeit, wenn es um anlieferungen jeglicher art geht, wirkt das wahre wunder: die teerlieferung bleibt aus, ergo werden die pausen eben etwas verlängert. juhuu, der vormittag auf dem balkon ist gerettet. nur das dröhnen des presslufthammers hängt mir noch immer zwischen den zähnen.
wort-wahl - 09:37 - ::ich sind die anderen::
Mittwoch, 28. Mai 2008
"also normalerweise finde ich kopfhörer, also so ohrenstöpsel, weißt du, ganz schrecklich, aber da gibt es mittlerweile welche, die haben eine prima form, die sehen so in etwa aus wie eibenfrüchte."
quelle: getrud k. auf flickr.
was mag das für eine frau in ihren vierzigern sein, die kopfhörer mit eibenfrüchten vergleicht? was tut sie wohl in ihrer freizeit, was ist sie von beruf? und welchen musikgeschmack hat sie wohl?
wort-wahl - 08:25 - ::ich sind die anderen::
Mittwoch, 21. Mai 2008
gestern aus irgendeiner fast vergessenen umzugskiste den alten regenstab wieder herausgekramt, um ihn irgendwo dekorativ in eine ecke zu stellen (regenstäbe! wer besitzt heutzutage eigentlich noch regenstäbe?!). dabei das grausige ding ein wenig geschüttelt und gerüttelt und überlegt, ob ich es nicht doch endlich einfach wegschmeißen sollte. dagegen entschieden und ihn parodierend zur afrikanischen maske und zum australischen boomerang gehängt: die weltreisenwand einer spießbürgerwohnung. hach.
heute regnet es.
wort-wahl - 09:26 - ::ich sind die anderen::
Donnerstag, 15. Mai 2008
morgens beim aufwachen im schlafzimmer besuch von einer kleinen raupe zu bekommen, die sich gerade unters bett retten will, erschwert aufgrund unerklärbarer niedlichkeit des tieres die entscheidung zwischen 'meine güte, wie kommt eine raupe in mein schlafzimmer?' und 'ach, wie niedlich. was ein glück habe ich das kleine ding nicht plattgetreten'.
der friedhof der kuscheltiere ist der biomüll.
kaum habe ich die raupe dort entsorgt, bekomme ich ein schlechtes gewissen und stelle mir die frage, wie es eigentlich auf einer biomüllkippe zugeht.
wort-wahl - 08:24 - ::ich sind die anderen::
Montag, 21. April 2008
aktuelle wochenendbilanz:
fünfeinhalb stunden ikea. pro stunde etwas mehr als hundert euro. zwei kaputte billigstühle, also diese woche nochmal ikea zur reklamation. außerdem: duschvorhangseilsystem angebracht, festgestellt, dass der vorhandene duschvorhang zu kurz ist. zudem sechs schränke aufgebaut und bemerkt, dass die ikea-qualität zunehmend nachlässt. beim pokern verloren. einen metallbohrer abgebrochen. eine schraube ebenso. alles in allem also ein erfolgreiches wochenende.
hrmpf.
wort-wahl - 11:06 - ::ich sind die anderen::
Dienstag, 15. April 2008
ach du je. da ging gestern das semester wieder los und was macht frau wortwahl? verpasst gleich mal ihren ersten termin, weil die instituts-vollversammlung ja auch unbedingt am ersten vorlesungstag stattfinden muss. wie jedes semester. und wie jedes semester vergesse ich das nur allzu gern. gell, am ersten tag, da sind ja eh nur einführungsveranstaltungen für erstis. da kann man im höheren semester ruhig mal zu hause bleiben und sich entspannen zwischen umzugskisten und dreck. argh.
fängt ja prima an. dafür aber ab heute wieder nahezu täglich in erlangen anwesend. liebe erlanger: macht euch auf exzessives kaffeetrinken gefasst. ich habe einiges nachzuholen.
wort-wahl - 09:08 - ::ich sind die anderen::
Montag, 18. Februar 2008
als ich aufwache, hat sich meine hand irgendwie selbständig gemacht. ich fühle sie nicht mehr, sie ist taub, wie eingeschlafen, nur schlimmer – ein unförmiger brocken fleisch am ende meines arms.
der taube klops zeigt mir den mittelfinger.
ich habe die kontrolle verloren und überlege, vielleicht lieber einfach liegen zu bleiben, die decke über den kopf zu ziehen und den tag einfach tag sein zu lassen, irgendwas sein zu lassen, bis wieder nacht ist. das verlangen nach kaffee treibt mich aus dem bett, ich stolpere über meine augenringe, die bis zum boden hängen, stoße mir den kleinen zeh an den unangenehmen überresten meines traums und gebe auf, als ich in den spiegel sehe.
wort-wahl - 17:34 - ::ich sind die anderen::
Montag, 4. Februar 2008
wenn man am faschingssonntag abends um kurz vor acht einen anruf aus hessen erhält und zwischen dem ganzen party-lärm, der durch die leitung dringt, die gelallte frage hört: "warum bist du nicht da, um mit uns fasching zu feiern?", dann wird man fast ein wenig wehmütig. andererseits habe ich dafür heute keinen kater.
wort-wahl - 10:27 - ::ich sind die anderen::
Montag, 7. Januar 2008
wenn ich in der u-bahn frauen beobachte, die lila kunstpelzmäntel tragen, unförmige wollmützen und goldgerahmte brillen, dann muss ich spätestens beim blick auf den kugelschreiber und das notizbuch auf dem schoß daran denken, dass es da draußen frauen gibt, die mit vierzig immer noch flache liebesgedichte in triefender oberflächlichkeit schreiben und davon träumen, irgendwann einmal irgendetwas davon zu veröffentlichen.
aber "verzweiflung macht sich breit / ich gebe auf / lege den kopf auf das kissen / weil du nicht da bist" oder "als ich einsam war / hast du mir die hand gereicht / als ich kraft brauchte / hast du mir kraft gegeben / als ich drohte zu ertrinken / hast du mich aus dem sumpf gezogen / du / bist mein bester freund" kann ich nicht mehr hören. das klingt nach sechzehnjährigem weltschmerz. das klingt nach rasierklingenschnitten im unterarm und dem kindlichen traum der ewigwährenden ersten liebe.
wacht doch mal auf. schmeißt räucherstäbchen und horoskopzeitschrift weg und macht was sinnvolles. oder geht mit euren gedichten wenigstens nicht auf slam- und lesebühnen hausieren.
wort-wahl - 09:19 - ::ich sind die anderen::
Montag, 24. Dezember 2007
falls heute am heiligen abend doch noch mal jemand hier herumsurfen sollte:
frohe weihnachten, ihr lieben.
bringt ein bisschen glanz in die welt und zündet zweifünfsieben kerzchen an.
wort-wahl - 10:39 - ::ich sind die anderen::