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Dienstag, 26. September 2006

puppenspiel -

sie erinnern sich an mein raupenprojekt?

in meinem zuchtbehältnis liegen seit gestern vier braune puppen. ab und zu zappeln sie ein bisschen, als würden sie schlecht träumen. ansonsten aber sind sie ziemlich langweilig. es ist ein seltsamer anblick, eine puppe, sie so gar nichts mehr von einem tier hat, beim zappeln zu erwischen - ich muss jedes mal an kleine aliens denken.

eine raupe sieht noch ein bisschen aus wie eine raupe - und irgendwie ein wenig tot. ist sie aber nicht, sie bereitet sich in aller anspannung auf ihre verpuppungsphase vor. zwei andere raupen müssen noch ein bisschen fressen, bis sie dann ganz hibbelig werden und auch ihre metarmorphosezeit einläuten.

hach, was bin ich stolz. jetzt hoffe ich mal nur, dass die falter demnächst auch schlüpfen.
tun sie es nicht, muss ich sie nämlich überwintern. wie? ich geh mal fachbücher wälzen.

Dienstag, 12. September 2006

raupen|content

so ähnlich sieht er aus, mein raupenstolz!
[via schmetterling-raupe.de]

meine raupen haben sich über nacht vom hellgrünen ins dunkelgrüne verfärbt. einfach so. mit winzigen schwarzweißen punkten an der seitenlinie, die den tiefgrünen rücken von der fast gelben bauchseite trennt.

neueste erkenntnis: es werden keine meldenflureulen. es werden kohleulen. außer sie verfärben sich in den nächsten tagen noch einmal.

ich bin schon ganz hibbelig. böse zungen behaupten, ich sollte lieber kinder kriegen, anstatt raupen großzuziehen.

Montag, 11. September 2006

flatterattatta -

wenn sie mir den kalten schweiß auf die stirn zaubern wollen, setzen sie einen dicken, haarigen, graubraunen falter in mein schlafzimmer. oder eine überdimensionierte schnake. beides ekelt mich und ich werde so lange nicht zu bett gehen, bis ich das untier mit hilfe eines glases gefangen und freundlich aber bestimmt meiner wohnung verwiesen habe.

aber vielleicht habe ich ein mittel gegen meinen falterekel gefunden:
die geglückte überführung meiner raupen nach mittelfranken ließ mich ein wenig forschungsarbeit betreiben. ich habe herausgefunden, dass ich mit den kleinen grünen kriechern wohl keine herrlich bunten flatterdinger züchte. schätzungsweise werden es graubraune falter. meldenflureulen vielleicht. schade.

dabei habe ich mich auf einen buntumflatterten schlüpftag gefreut.

Samstag, 9. September 2006

raupen|kommando

ich bin in einer großstadt aufgewachsen. die einzigen tiere, die ich zu gesicht bekam, waren die typischen haustiere: katzen, hamster, weiße mäuse, konrad der sittich und irgendwann auch mal ein hase - der aber gehörte meiner schwester und biss mich neugieriges kleinkind immer in die finger, wenn ich dem käfig zu nahe kam.
was ich an tieren auf diversen urlaubsbauernhöfen, in wildgehegen, tiergärten und streichelzoos kennenlernte, reichte jedes mal wieder nur für eine ferienliebe.

jetzt habe ich einige raupen von den geranien gepflückt und mir eine schmetterlingszucht angelegt.
die stimme, die mir ins ohr flüsterte, ich wäre zu alt für so etwas, erschlug ich mit einer flasche sekt.

Freitag, 8. September 2006

metter|schling

die verwandschaft wohnt am münchner stadtrand mit blick ins grüne. bei jedem meiner besuche stehe ich gern am balkon, blicke in die ferne auf die berge, lasse mir auf der südseite des lebens die sonne auf den bauch scheinen und genieße die frische luft hier oben im sechsten stock.
es ist ganz schön hoch. das macht mir gar nichts aus, im gegenteil. der wind weht einem ein bisschen um die nase, die schreienden kinder unten auf der wiese sind so winzig, dass man meint, sie mit einem gezielt eingesetzten kieselstein zum schweigen bringen zu können und der aufzug im haus funktioniert.

was ein guter balkon sein will, braucht blumenkästen. dazu passende blumen ebenfalls - die verwandtschaft schwört auf geranien. die sind zwar meines erachtens langweilig, aber immerhin pflegeleicht und bringen ein bisschen farbe.

leider sehen die geranien dieses jahr gar nicht hübsch aus. sie sind irgendwie so zerlöchert -
was vielleicht an den vielen raupen liegen mag, die volle arbeit leisten.
warum ein schmetterlingsweibchen seine brut ausgerechnet im sechsten stock auf geranien ablegt, ist mir ein rätsel. noch dazu auf geranien, die gar nicht schmecken können.
die verwandschaft sagt: wahrscheinlich war es ein eiablage-notfall und sie hielt es einfach nicht mehr aus.

gestern dann saß auf dem balkontisch ein grashüpfer. gewundert habe ich mich aber nicht mehr.

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