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Montag, 12. Februar 2007
als auftragskiller leisten wir ganze arbeit. wir spüren unsere feinde auf, foltern ein bisschen, morden - und kümmmern uns einen scheiß um den dreck, der bleibt. soll den doch wer anders wegmachen, wir haben keine zeit für solchen kleinkram. also schnell die waffen zusammengesammelt und verschwunden. hier mein messer, da die halbautomatik, dort das hattori hanzo. schön scharf, alle achtung. trennt dir die seele aus dem leib, wenn du nicht aufpasst.
alles beisammen? gut, dann los. raus auf die straße, unauffällig, damit keiner verdacht schöpft. ihh, da klebt ja noch blut unter meinem fingernagel, bäh. immer dieser schnodder nach getaner arbeit. ein taschentuch, gib mir doch mal... ah, danke. jetzt aber schnell. ich höre schon die sirenen. untergetaucht ins dunkel und gut ist.
heda! steh mir nicht im weg, armseliges bisschen leben! siehst du mich, bist du längst tot. herrlich, wie das spratzelt und blubbert, wenn du dein leben aushauchst, ahhh. schön warm, das blut. so warm. aber moment mal. warum bewege ich mich nicht vorwärts? warum starre ich offenen augs in den nachthimmel? ich sollte laufen, untertauchen, verschwinden. stattdessen liege ich faul auf der haut. ach halt. der plan war doch eige
wort-wahl - 00:39 - ::traumschnipsel::
Samstag, 27. Januar 2007
ich stürze, falle in den schlaf. ich klatsche auf, auf asphalt, auf beton, ich weiß es nicht. es ist egal. meine traumwelt bietet mir ein szenario der verderbtheit.
der eine da, er frisst herzen. bohrt sich in deine brust, höhlt dich aus von innen, du blutest nicht einmal. du bist nur hohl danach und keiner bemerkt es. wandelst durch die welt ohne herz, ein lebender toter, ein toter lebender. ohne herz fühlst du nichts mehr.
der andere, er frisst köpfe. reißt ihn dir einfach von den schultern, steckt ihn sich ins gierige maul. danach heult er, weil es ihm leid tut, aber er kann nicht anders. er muss köpfe von körpern reißen. was übrig bleibt, ist ein fehlender gedanke. ohne kopf denkst du nicht mehr.
kopflos, herzlos. ich fliehe nicht, ich fahre mit einem alten, klapprigen wagen durch ein parkhaus, gemütlich, ich fahre nur so. es gibt keinen ausweg. es ist mir egal. hinter mir leckt sich der herzfresser die finger, der kopffresser die lippen.
wort-wahl - 13:19 - ::traumschnipsel::
Montag, 15. Januar 2007
da ist er, er sagt etwas. ich kann ihn nicht verstehen. ich höre ihn nicht. das gesicht vor angst zu einer fratze verzogen klopfe ich ans glas, nichts höre ich, gar nichts, nicht mal mein klopfen, nicht mal mein herz. er steht und spricht, unbeeindruckt. ich schreie gegen die gläserne mauer an, es bringt nichts.
dann hebt er den blick. zwischen zwei sätzen hält er inne, sieht mich. er sieht mich, denke ich, jetzt wird alles gut.
nichts. eine sekunde nur, dann schaut er weg. ignoriert mein flehen, mein straucheln. ich halte inne, die hände an dieser unsichtbaren wand. wie ein pantomime, denke ich, wie früher. stehend sterbe ich, ein abbild meiner selbst, während er lautlos spricht. im letzten herzschlag dringen seine worte durch die stille. es sind dolche direkt in mein herz. ich spüre sie längst nicht mehr.
wort-wahl - 11:18 - ::traumschnipsel::
Freitag, 12. Januar 2007
in diesem alten haus mit den knarzenden stufen und bröckelnden wänden hast du dich versteckt, das licht fiel durch das kleine fenster bis auf die straße. ich war neugierig, wer sich in der abrissreifen wohnung eingenistet hatte, sie stand seit jahren leer. fluchtartig verlassen waren die räume, das bett noch bezogen und die blumen in der vase vertrocknet. wie mein herz, dachte ich, als ich die stufen hinaufstieg bis kurz unter das dach. dann warst du es, mit ungewaschenen füßen, barfuß durch den staub der jahre gegangen, verwirrt, ausgehungert. du, schön wie immer, hast dich in mein herz zurückgeschlichen. ich nahm dich an die hand, ließ dir ein bad ein, legte handtücher bereit und lächelte.
wort-wahl - 10:22 - ::traumschnipsel::
Donnerstag, 7. Dezember 2006
das leben ist ein bisschen zäh zur zeit. ich bin mir selbst so müde, dass ich am frühen abend einschlafe. für eine stunde nur, denke ich noch. schon bin ich weggekippt, ist der wachzustand nur noch ein traum. aus dem nichts tauchen verschiedene blogger auf, um mich aus meinem ureigenen delirium zu retten. ich erkenne sie wieder, die unbekannten gesichter, sie stimmen überein mit den geschichten, die sie erzählen, sie haben seele. ich nicht. statt worten verteile ich in silber gegossene tränen, mein mund ist ausgedörrt, mein herz. wir feiern eine party, die keine ist. es ist ein trauerzug. es ist ein leichenschmaus. das leben nagt an meinen knochen und die gesichter überschlagen sich, ihre geschichten überschlagen sich, die ganze blogatmosphäre verschwimmt zu einem klumpen ich. der klumpen sitzt am ende allein und kann nur schweigen, weil die geschichten der anderen in meinen aufgehen, blühen, verdorren, zerbröseln unter meinen ungeschickten händen.
wort-wahl - 01:40 - ::traumschnipsel::
Sonntag, 29. Oktober 2006
puh. was bin ich froh, dass hier alles beim alten ist. sie glauben ja gar nicht, wie zittrig ich heute mein blog aufgerufen habe.
ich habe heute nacht vom bloggen geträumt. ganz fies. hauptsächlich nämlich von spam. ich bin gar nicht mehr hinterhergekommen, die ganzen werbekommentare zu löschen - irgendwann konnte ich einen spamkommentar nicht einmal mehr von einem leserkommentar unterscheiden. das war schlimm, sage ich ihnen. hui.
dafür aber habe ich auch geträumt, dass meine leserzahlen urplötzlich in ungeahnte höhen schossen. so hoch, dass ich nicht mehr wusste, wie ich damit umzugehen habe. da ist mir es doch tatsächlich lieber, wenn sich hier die fünfsieben stammleser herumtreiben und mir ein leichtes leben bescheren. nie will ich alphablogger werden. viel zu viel stress.
wort-wahl - 12:29 - ::traumschnipsel::
Mittwoch, 25. Oktober 2006
du, ich habe auf dich gewartet.
mein halbes leben vielleicht, wer weiß das schon. in meinen träumen lächelst du, hebst die hand zu meinem haar und eine amsel singt.
in meinen träumen nenne ich dich bei deinem namen. alles ist friede, alles ist sonnenschein, ich lache.
gerade als deine lippen näher kommen wollen, ergreife ich die flucht. ich weiß nicht, warum. es ist nur so... ich muss weg. es tut mir leid. da will etwas dringend erledigt sein. ich trete von einem fuß auf den anderen, werde nervöser mit jeder sekunde. du siehst mich verständnislos an, ich winke, will fort, will weg, will dich nicht enttäuschen.
der busfahrer frequentiert mehrere schlaglöcher. ich wache auf. und muss dermaßen auf die toilette, wie lange nicht mehr.
blasenträume. ich hasse blasenträume.
wort-wahl - 18:26 - ::traumschnipsel::
Freitag, 20. Oktober 2006
"honig und mandeln", flüstere ich. seine fingerspitzen an meinem hals und ich treibe dahin in einem meer aus wärme. ein frosch sitzt auf seiner schulter und singt, in meinem haar tanzen die elfen, der himmel, er lacht. unter uns tut sich eine kluft auf aus wattewolken, wir schweben, seine fingerspitzen an meinem hals. honig und mandeln, honig und mandeln - da fliegt eine gazelle, ein käferchen erzählt geschichten. phantásien, es muss phantásien sein. wo sonst kann man auf dem rücken eines glücksdrachens reiten, aneinandergeschmiegt, gehalten, ich fantasiere. er lacht. "honig und mandeln", flüstert er zurück und gibt mir einen kuss auf die stirn.
wort-wahl - 18:30 - ::traumschnipsel::
Montag, 25. September 2006
heute nacht, kurz vor dem einschlafen, hatte ich eine großartige idee für einen blogeintrag. für einen winzigen moment dachte ich mir, ich sollte aufstehen und mir eine notiz machen. man kennt das ja: vergesslichkeit ist des älterwerdens guter freund. so im halbschlaf schon wollte ich die schläfrigkeit aber behalten.
es sind diese paar sekunden zwischen wachzustand und schlaf, in denen man das gefühl hat, der körper existiere bereits nicht mehr. man versucht seiner hand nachzuspüren, von der man weiß, dass man sie einige minuten vorher unter das kopfkissen geschoben hatte - aber sie ist nicht mehr da. man ist nur noch geist ohne grenzen, kein körper mehr, kein halt und man schwebt. um die materialität des seins hat sich eine kuschelweiche wolke gelegt. zwei sekunden vom traum entfernt, zwei sekunden von der realität und man hält still.
heute morgen war in meinem hirn nur noch brei. die gute idee hatte sich selbständig gemacht. wahrscheinlich steht sie jetzt in irgendeinem anderen blog niedergeschrieben.
wort-wahl - 09:55 - ::traumschnipsel::
Montag, 4. September 2006
ich wälze mich noch ein bisschen hin und her und halte an meinem traum fest, um das bild in meinem kopf zu verankern, es nicht mehr zu verlieren. es könnte real sein, sollte es, ich blinzle.
draußen rufen die bauarbeiter unverständliche dinge, die ich zu ignorieren versuche. denn hier drinnen, in meinem kopf, in meinem traum bist du, liegst mit all deiner last auf meinem herz, hältst mich fest und schreist mich an, brüllst mir ins abgewendete gesicht, dass es kein spiel ist. kein spiel, sondern die wahrheit, die ich nie zu finden glaubte. deine hände an meinen schultern schüttelst du mich, bis ich aufhöre, dir meine wut entgegen zu schleudern, meine angst in deine anwesenheit zu werfen, mich fast zu verlieren, bis dein blick meine augen gefunden hat und du meine zweifel zum schweigen bringst mit einem kuss auf die stirn. ich wehre mich nicht, ich kann es nicht. ich will es nicht. hör auf damit, höre ich dich sagen.
womit? frage ich in meine seele hinein, stehe auf, koche mir einen kaffee und lausche den bauarbeitern vor meinem fenster, die auch keine antwort wissen.
wort-wahl - 12:14 - ::traumschnipsel::